Chronik

Originalübersetzung der Geschichte anhand den Aufzeichnungen (Deutsche Schrift) von

Herrn Josef Keller

 

Entstehung der Musikkapelle


Im Jahre 1911 kaufte ich eine Ventilposaune von Herrn Franz Xaver Schick aus Laupheim um den Preis von 40 Reichsmark. Zuerst ging ich zu den Gebrüder Nauer, Zettlermühle, dann schloß ich mich bei der Heckhornschen Kapelle in Mietingen an. Es gab damals zwei Kapellen in Mietingen. Die Stechersche und Heckhornsche. Bis zum Jahre 1913 gründeten wir in Baustetten eine Musikkapelle. Als Lehrmeister war der Tenorhornist Ruf Josef, Maurer, welcher bei der Stadtkapelle Laupheim spielte. Das waren folgende Musiker: Ruf Josef, Tenorhorn; Ruf Franz, I. Trompete; Fick Josef, II. Trompete; Keller Josef, Posaune; Rodi Josef, Bariton; Bandel Hermann, Es-Bass. Es wurde wöchentlich eine Probe beim Lehrmeister Ruf abgehalten. Für jede Probe mußten 20 Pfennig pro Musiker bezahlt werden, und so gings weiter bis zum Weltkrieg 1914/18. Es wurden alle zum Militärdienst eingezogen, und die Musik war wieder am Ende angelangt. Auf dem Felde der Ehre blieben Fick Josef, Bandel Hermann. Rodi Josef starb 1920, Ruf Josef starb 1919.

Es blieb noch übrig Ruf Franz und Keller Josef. Franz Ruf ging als Dienstknecht nach Mietingen und so blieb ich noch als einziger übrig (1920). Jetzt hieß es wieder Musikliebhaber zu suchen und nach langem hin und her fand ich welche. Es waren folgende: Knöpfler Anton, Fick August, Laupheimer Vinzenz, Haid Paul, Wiest Franz, Bischof Alois, Kühner Josef. Und so gründeten wir am 10.01.1920 im Gasthof zur Traube unter Zuspruch von Herrn Traubenwirt Josef Schick eine Kapelle.

Wir teilten die Musik folgend auf:

I. Trompete Kühner Josef, Leiter der Kapelle
II. Trompete Wiest Franz
I. Tenorhorn Laupheimer Vinzenz
II. Tenorhorn Keller Josef
III. Tenorhorn Bischof Alois
Es-Trompete Fick August
Es-Horn Haid Paul
B-Helikon Knöpfler Anton

Und so wurden Proben abgehalten, und der Probetag der Mittwoch bestimmt. Alois Bischof hielt es nur kurze Zeit aus, für ihn sprang Johann Bischof ein, aber leider auch nicht lang. Für ihn sprang dann Wiest Georg als II. Tenorhorn ein. Wir setzten uns dann mit Musikdirektor Herrn Franz Laub von der Stadtkapelle Laupheim in Verbindung, und er gab uns wöchentlich eine Probe, und schrieb uns Musikstücke.

Aber es fehlte uns Geld zur Abzahlung der Instrumente, und so beschlossen wir eine Ortssammlung durchzuführen, Knöpfler und Keller gingen zu Herrn Oberlehrer Stütz und ließen ein Kopfstück zum Sammeln anfertigen und dann gings mit Freuden ans Werk zum Sammeln:

am 21. Januar 1921 gingen ein 127,30 Mark
am 7. Februar 1921 gingen ein 105,00 Mark
am 18. Februar 1921 gingen ein 106,00 Mark
am 5. Juli 1921 gingen ein 195,00 Mark
am 16. Juli 1921 gingen ein 315,00 Mark
am 18. Juli 1921 gingen ein 110,00 Mark
1.058,30 Mark

Und so konnten wir Noten und Instrumente abzahlen.

Als erste Aufführung durfte die Kapelle das Friedensfest der Heimkehrer bestreiten (Michels Kunkelhaus). In der Traube wurden die Heimkehrer abgeholt und zum Kunkelhaus begleitet, bei Michael Bischof. Hier war ein großes Fest. Es wurde im oberen Stock geräumt und hier wurden die (Gefangenen) Heimkehrer mit einem großen Festessen bewirtet.

Es wurde ein schwarzes Kalb geschlachtet. Zu Trinken gab es Apfelsaft und Bier in Hülle und Fülle. Abends war ein Essen mit Äpfelküchla. Das Essen wurde in Küchen bei Michael und Josef Bischof zubereitet. Es wurde gefeiert bis spät in die Nacht hinein. Bei der Abschlußrechnung bezahlte die schwarze Kalbshaut das ganze Fest, und blieb sogar noch etwas übrig für die Nachfeier.



Als Zöglinge traten ein:

Kästle Josef, Trompete
Jans Johann, Es-Klarinette

 

 

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